Wir Change Berater sind nicht ganz unschuldig daran, der „Feel-Good-Beratung“ bezichtigt zu werden. Schließlich sprechen wir selbst ja zu oft von Softfacts , den „weichen“, soll heißen qualitativen Faktoren, die man nicht oder nur schwer messen kann (http://www.changecontroller.de/). So sprechen wir gelegentlich etwas irreführend von Softfacts-Beratung und meinen doch etwas ungemein Wichtiges! Sie wissen doch: Viele Veränderungsprozesse starten gar nicht erst, weil die Entscheider mit qualitativen Wertmaßstäben (den so genannten Softfacts) ihre Probleme haben. Denk– Kategorien wie Messbarkeit, Sichtbarkeit stehen in der Welt der Zahlen, Daten und Fakten halt unter den Top Ten.
Dabei müsste Werteorientierung ganz vorne stehen. Wir selbst haben bereits demonstriert, dass man weiche Faktoren wie z.B. Teamorientierung messbar machen kann und damit im Soll-Ist-Vergleich 1) die gewünschte Veränderung erkennt. Das ermöglicht planmäßiges Handeln und gezielte Steuerung des Prozesses Und nun haben Berater-Kollegen zusammen mit dem MCM Institut der Universität St. Gallen einen weiteren „blinden Fleck“ im Veränderungsmanagement beseitigt: Sie haben die Zusammenhänge zwischen gelebter Unternehmenskultur und Geschäftserfolg eines Unternehmens wissenschaftlich erforscht.
In der Unternehmenskultur relevante Werte (Verhaltensweisen oder Zielorientierungen) bilden danach ein Referenzsystem, in dem ihre Wirkung als Erfolgs– bzw. Misserfolgsfaktoren aufgezeigt werden kann. Ein Viertel des erfassten betriebswirtschaftlichen Erfolgs der untersuchten Unternehmen soll danach durch die Wirkung der die jeweilige Unternehmenskultur prägenden Werte erklärbar sein.
Nun, das hört sich wirklich spannend an und zugleich suggeriert es, wie leicht man mit einem Patentrezept den Unternehmenserfolg spürbar verbessern kann: Man muss eben ganz einfach nur die Werte im Unternehmen bei den Mitarbeitern verankern, die Erfolgstreiber sind und die Erfolgskiller ausmerzen. Das war‘s!?
Sicher nicht. In der Realität ist es doch etwas schwerer. Tatsache ist, dass nichts so schwer änderbar ist wie eine Unternehmenskultur (vgl. z.B. E. H. Schein: Organisationskultur…, EHP 2003; W.Berner: www.umsetzungsberatung.de/diagnose/vision ; Enquete der Akademie Schloss Garath, Die Denkfabrik GmbH, siehe z.B. in Harvard Business Manager 9/2003.) .Aber denken wir doch positiv! Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind ein Ansporn für interne und externe Change Agents. Und sie ermöglichen auch eine gezieltere Argumentation im Kulturentwicklungsprozess gegenüber den Entscheidern.
Einzelne Kernaussagen aus der Untersuchung haben wir in der tabellarischen Übersicht — Abbildung 1— für Sie zusammengestellt. Wieder zeigt sich hier die hohe Bedeutung der so genannten weichen Faktoren oder Werte !
Ein geeignetes Instrument für die Analyse der Unternehmenskultur ist die HBC Kulturanalyse -siehe http://www.hbcontor.de/quick.html oder https://www.hbc-checks.de/